Wenn wir den Begriff „Traditionelle Chinesische Medizin“ (TCM) hören, kommen uns sofort Assoziationen wie Räucherstäbchen, goldenen Buddhastatuen oder Häuschen mit geschwungenen, überkragenden Dachsparren in den Kopf.
Dabei ist das noch lange nicht alles, was die chinesische Medizin von der unseren unterscheidet. Sie greift auf mehr als 2.000 Jahre alte Heilverfahren zurück, die mittlerweile zum Großteil sogar wissenschaftlich bestätigt und anerkannt wurden. Ob Akupunktur, Shiatsu, Qigong oder Massagen. Eine der wohl außergewöhnlichsten Massagetechniken ist Gua Sha.

Was ist Gua Sha?
In Ostasien und Südostasien wird Gua Sha als Heilmethode verstanden. Wörtlich bedeutet es etwa so viel wie „nach Cholera schaben“. Wenn man sich online Bilder dazu ansieht, versteht man auch, wieso: Denn Gua Sha ist eine Reiz-Therapie, bei der die Haut mithilfe eines Schabers besonders beansprucht und gereizt wird. Erst durch dieses Verfahren kommen Muskelknötchen in der Haut zum Vorschein, die so punktuell behandelt werden können.

Wie funktioniert Gua Sha?
Grundsätzlich kann man Gua Sha am ganzen Körper anwenden. Im Gesicht wird die Behandlung allerdings etwas sanfter durchgeführt als am Körper.
Die Technik:
Bevor die tatsächliche Reizmassage beginnt, wird der zu behandelnde Bereich eingeölt. Die verwendete Substanz unterscheidet sich dabei von Naturheilkundler zu Naturheilkundler. Einige bevorzugen Tigerbalm, andere Öle auf Basis von Johanniskraut oder Ähnlichem. Die Öle sollen eine Belüftung der Meridiane bewirken, das Blut erfrischen und Blockaden lockern.
Nun wird die abgerundete Kante eines Schabers auf die Haut gedrückt und über die Muskeln und Meridiane gezogen – so lange, bis durch die starke Reibung eine Hautrötung entsteht. Dadurch sollen die Lymphe aktiviert und Körperabfälle wie Schlacke aus dem Körper geleitet werden und gleichzeitig die Entspannung gefördert und das Immunsystem verbessert werden.
Durch dieses Verfahren wird die Haut aber nicht nur oberflächlich gereizt: Es kann zur Qi und Blutstagnation kommen, Verhärtungen und Verklebungen im Gewebe, Petechien (punktuelle Blutungen) und Ekchymosen (fleckenartige Blutungen) können entstehen. Man erkennt sie an tiefroten, blutgerinselartigen Knötchen. Je dunkler sie erscheinen, desto mehr Schadstoffe befinden sich im Körper.
Diese Gefäßveränderungen in der Haut werden nun vom Therapeuten punktuell ausmassiert, damit das Qi im Körper wieder fließen kann.
Die Hautrötungen bestehen anschließend bis zu vier Tage, aber Patienten empfinden bereits direkt nach der Behandlung große Erleichterung.
Was passiert nach der Behandlung?
Nach der Behandlung bleiben nicht nur blaue Flecken und Hautrötungen bis zu vier Tagen bestehen. Es passieren weiter Prozesse im Körper. Manche Patienten erzählen von einer leichten Müdigkeit, die sie überkommt. Deshalb ist es sinnvoll, sich nach der Behandlung etwas auszuruhen.
Durch die Durchblutungsförderung wird außerdem der Stoffwechsel aktiviert, was bedeuten kann, dass man plötzlich häufig auf die Toilette muss. Es kann zudem zu einer Veränderung im Urin und Stuhl kommen: stärkerer Geruch, dunklere Farbe. Das passiert, weil der Körper entgiftet und Schadstoffe ausspült. Nach der Behandlung sollte man deshalb ausreichend Wasser oder auch Tee trinken.
Ein weiterer Nebeneffekt: Glückshormone. Patienten erzählen oft davon, dass sich ein paar Tage nach der Behandlung viel bessere Stimmung und Wohlbefinden einstellt. Durch die Entlastung des Stoffwechsel werden wieder vermehrt Endorphine ausgeschüttet, was diesen Effekt erklärt.

Anwendungsgebiete: Wie kann Gua Sha helfen?
– Rückenschmerzen
– Schulter- und Nackenschmerzen
– Bindegewebeschwäche
– Sehnen und Bänder-Entspannung
– Stoffwechselanregung
– Aktivierung des Immunsystems
– Ausleitung von Säuren und Toxinen
– Bewegungseinschränkungen
– Kopfschmerzen, Migräne
– Erkältung, Sinusitis, Bronchitis, Asthma
– Verdauungsprobleme
– weitere Probleme innerer Organe wie z.B. Herz, Blase, Niere, Uterus, Prostata
Lähmungen, Muskelatrophie oder orthopädischen Störungen

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